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Marie Otto von der SG Rodenberg ist Futsal-Meisterin in Costa Rica


NFV-Journal 11/2016
Nach dem 7:0-Finalsieg über das Team von Osa Futsal aus dem Süden Costa Ricas sind sie strahlend die Stufen zur Ehrentribüne hochgestiegen, um sich ihre Goldmedaille abzuholen. Vor allem mit lautstarken Gesängen haben die Mädels von CCDR Zarcero ihren ersten Titel als nationaler Futsalmeister gefeiert. Zarcero ist eine kleine Provinzstadt mitten in Costa Rica in der Bergregion auf 1.700 Meter Höhe, nördlich der Hauptstadt San Jose gelegen. Mit dabei die Fußballerin Marie Otto von der SG Rodenberg.

Vor gut 2.000 Fans in San Joses Sportzentrum Hatillo, Heimstätte der Futsal-Nationalteams, herrschte schon während der Partie ausgelassene Stimmung. Höllenlärm in der Halle. Sportfans in Costa Rica verstehen zu feiern, erst recht bei einer Pokalübergabe. Mitten im Team jubelte die Nummer zehn, einzige Spielerin mit blonden Haaren. Der 9. Juli dieses Jahres gehört zu den schönsten Fußballerlebnissen für Marie Otto aus dem Bezirksliga-Frauenteam der SG Rodenberg.

Die Ottos sind eine Fußballfamilie. Der Vater war früher Jugendcoach. Beim TSV Algestorf hatte Marie einst als Vierjährige zu kicken begonnen, wie zwei ihrer Brüder. Später wechselte sie zu den Mädchen der JSG Deister United nach Rodenberg, wurde als B-Mädchen vor zwei Jahren Niedersachsenmeister im Futsal.

Was hat die 17-jährige Schülerin des Gymnasiums Bad Nenndorf für ein Jahr nach Costa Rica verschlagen? Spanisch im Alltag lernen, eine andere Kultur erfahren. „Ich bin neugierig, möchte so viel wie möglich von der Welt hautnah erleben.“ Außer Sport und Spanisch mag Marie besonders Kunst und Geschichte. „Und neben dem Fußball liebe ich es, im Winter auf dem Snowbord die Pisten herunter zu rasen.“ Ihr fußballerisches Vorbild ist Bastian Schweinsteiger.

Costa Rica ist äußerst schön mit seiner Vielfalt aus Regenwald, Vulkanen, Bergland, karibischen Stränden, Bananen und Kaffeeplantagen sowie bunter Tierwelt. Das Land gilt als ambitionierte (Frauen-)Fußball-Nation. 2015 erstmals in der WM-Endrunde, 2014 Gastgeber der U 17-WM. Shirley Cruz Trana, Rekordnationalspielerin der Ticas und seit Jahren in Frankreich bei Paris St. Germain aktiv, hat Marie übrigens in San Jose kennengelernt. Futsal ist höchst beliebt. Die Frauen waren 2014 sogar Futsal-Vizeweltmeisterinnen.

Die Organisation TravelWorks aus Münster, die das Auslandsjahr realisierte, hat mit Marie Ottos Bewerbungsvideo alles richtig gemacht hat. Mit der passenden Familie am richtigen Ort und der richtigen Schule, war der Weg in ein Team leicht. „Mein Sportlehrer in Zarcero hat mich am Ball gesehen, sofort ins Schulteam aufgenommen und dem Verein CCDR empfohlen.“ Dessen Trainerin Ilse Bolanes war begeistert. „Sie hat sogleich durchgesetzt, dass ich etwas verlängere, um noch am nationalen Finalturnier teilzunehmen.

Maries Augen leuchten, als sie davon erzählt. „Am liebsten würde ich nach dem Abitur wieder zu Besuch nach Zarcero reisen. Ich habe dort viele Freunde gewonnen.“ Die Medaille im Hausflur und die blaue Trainingsjacke bringen alles Erlebte wieder greifbar nahe. Oder das Nationaltrikot, das sie anlässlich des Besuches beim Männer-Länderspiel gegen Jamaika erhielt. Vier neue Geschwister für ein Jahr waren Maries neuer Alltag in Zarcero. Drei Schwestern und ein Bruder. Karen (18), Nicole (17), Amanda Lucia (4) und Alex (13) hatten zuvor nicht so viel mit Fußball und Futsal am Hut. Was sich schnell geändert hat. „Sogar meine Gastmutter ist Fan geworden und war bei Auswärtsspielen dabei. Unser Team hat sowieso eine gewissen Ruf: Wir dominieren nicht nur das Spiel, sondern auch die Tribüne. In der Zahl der Fans wie deren Lautstärke.“ Familienoberhaupt Alexander Rodriguez-Koschny, beruflich als Saft- und Früchtetransporteur im LKW unterwegs, ist ohnehin Fußballfan. „Meine Gastmutter Katja hat sich oft etwas Taschengeld extra verdient, indem sie traditionelle Mahlzeiten gekocht und verkauft hat. Ich habe dabei mitunter geholfen“, berichtet Marie. „Die Leute sind zwar sehr traditionell in der Erziehung, aber auch sehr offen“, erklärt sie die optimistische und lebensfrohe Mentalität, die so gut zu ihr selbst passt. Der Gruß „Pura vida“ kennzeichnet die Lebenseinstellung der Costa Ricaner, laut OECD-Index gehören sie zu den glücklichsten Menschen der Welt.

Ihre Stollenschuhe übrigens benötigte Marie in Costa Rica nicht. „Ich habe sie einfach bei meiner Gastfamilie gelassen. Es war kein Platz mehr im Gepäck beim Rückflug. Vielleicht wächst Alex da rein und kann sie einmal gebrauchen.“ Sich im neuen Team durchzusetzen, fiel der energiegeladenen Niedersächsin nicht schwer. „Was ich mir in den Kopf gesetzt habe, setze ich auch durch. Dabei bin ich ziemlich ehrgeizig, mitunter auch ungeduldig.“ Beides kam dem CCDR zu Gute. Der Ehrgeiz wuchs, als ein klarer Sieg dem anderen folgte und der große Außenseiter locker Richtung erster Meisterschaft marschierte. Nachdem Marie zuvor schon mit der Schulauswahl nationales Gold geholt hatte.

„Oft wurde ich namentlich angefeuert. Marie! Marie! Marie, schallte es dann von der Tribüne“, berichtet Marie Otto nicht ohne Stolz. „Das sind einfach tolle Erlebnisse.“

In der laufenden Saison mit der SG Rodenberg hat die Rückkehrerin erneut große Ziele. Als Aufsteiger in die Bezirksliga strebt das Team von Trainer Andreas Schrader den Durchmarsch in die Landesliga an. Nach den ersten acht Spielen (Stand: 14.10.) stimmt die Richtung: Tabellenplatz eins, nicht zuletzt dank Maries Torhunger. Acht Treffer sind eine tolle Zwischenbilanz und positive Folge des Jahres in Costa Rica. „Wir wollen unsere Frauen längerfristig leistungsstark etablieren“, sagt auch Abteilungsleiter Axel Depping. Seine torgefährliche Spielerin hat er daher mit einer Zusatzfunktion bedacht: Marie Otto firmiert auf der Webseite des Vereins auch als Teammanagerin. „Wir wollen Marie schon in jungen Jahren aufbauen, mehr Verantwortung für die eigene Sportart zu übernehmen, etwa im Aufbau starker Teamstrukturen beim Zusammenhalt und Miteinander“, erklärt Depping. Angesichts der demographischen Entwicklung, die keine Wachstumsraten mehr prognostiziere, werde das immer wichtiger.

Interessant in Rodenberg: Neben dem normalen mannschaftlichen Fußballtraining bietet der Verein mit Deister Uniteds Mädchentrainer Denis Hillmann zusätzlich montags ganzjährig gemischtes Futsaltraining an. „Begonnen haben wir vor fünf Jahren mit den Männern. Vor drei Jahren haben wir die Frauen dazu genommen. Das harmoniert prima.“

Rainer Hennies, NFV-Journal

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